Im Familien Zentrum befürworten wir einen partnerschaftlich-demokratischen Erziehungsstil. Unser Ziel ist es, den Kindern immer größere Freiräume zuzugestehen, es ihnen zu ermöglichen Grenzen selbst zu finden und einzuhalten und immer mehr Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Im partnerschaftlichen-demokratischen Erziehungsstil werden die Kinder als ernst zunehmende Gesprächspartner mit eigener Meinung betrachtet. Je älter das Kind wird, desto selbstständiger und eigenverantwortlicher soll es handeln. Anleitungen Hilfestellungen aber auch Grenzen werden jedoch von uns als unerlässlich angesehen. Wir sind Kindern gegenüber offen und vermitteln ihnen somit ein Gefühl von Sicherheit und Wertschätzung.
Grundlage unserer Erziehungsarbeit ist der situative Ansatz, mit dem wir den Kindern die Möglichkeit geben, Lebensereignisse und erlebte Situationen zu verstehen und aufzuarbeiten. Dabei werden die individuellen Erfahrungen und Erlebnisse eines jeden Kindes berücksichtigt, mit dem Ziel eigene und lebenspraktische Fähigkeiten zu erweitern, Erfahrungshorizonte zu vergrößern, Selbstständigkeit weiter zu entwickeln und zu solidarischen Denken und Handeln anzuregen.
Spielen nimmt in der kindlichen Entwicklung eine zentrale Rolle ein:
Spielen in seinen unterschiedlichen Formen und Gestaltungsvarianten (Bauspiele, Konstruktionsspiele, Regelspiele, Freispiele, Puppenspiele, freie und angeleitete Rollenspiele,…) bedeutet für Kinder neben Spaß und Freude einen vielfältigen Raum für Lernprozesse. Den Kindern Raum zum Spielen zu geben heißt auch, ihnen Raum zum Lernen zu geben. Hierbei ist das Freie Spiel von besonderer Wichtigkeit.
Wir begleiten die Kinder auf ihrem Weg zum „größer werden“. Wir unterstützen sie individuell, indem wir Spielanreize und Lernimpulse geben. Hierbei stehen die Bedürfnisse und Interessen der Kinder im Vordergrund und sind die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit.
Bei der Auswahl der Inhalte und Methoden für unsere Arbeit im Familienzentrum orientieren wir uns mit Hilfe der Situationsanalyse an den Bedürfnissen/Lebenssituationen der Kinder.
Das Gruppenübergreifende Angebot ist fester Bestandteil des Kindergartenalltags und des Zusammenlebens. Durch diese Methode haben die Kinder die Möglichkeit, sich zu stärken, Komponenten und autonomen Persönlichkeiten zu entwickeln. Dies erreichen wir dadurch, indem wir den Kindern Möglichkeiten zur freien Entscheidung geben. Sie können bspw. Entscheiden wo und mit welchem Spielpartner sie spielen oder etwas gestalten wollen. Dieses Angebot findet jeden Freitagvormittag in der Einrichtung statt.
Die größte Kunst ist, den Kleinen alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel und Zeitvertreib zu machen.“
John Locke, aus: Gedanken über Erziehung IV,63
Das Spiel ist eine spontane, zweckfreie, lustbetonte und freiwillige Tätigkeit. Es entspringt aus der natürlichen Motivation des Kindes.
Für das Kind bedeutet das Spiel eine Auseinandersetzung mit seiner inneren Welt (Glück, Wut, Trauer etc.) und seiner Außenwelt. Wir betrachten das kindliche Spiel als einen vom Alltag losgelösten aber nicht getrennten fundamentalen Grundpfeiler der kindlichen Entwicklung. Im Spiel widmet sich das Kind ganz seinem gegenwärtigen Tun. Das Ergebnis ist nebensächlich. Es kann mit Hilfe seiner Fantasie seine Realität verändern, druckfrei und ohne negative Folgen fürchten zu müssen.
Mit dem Spiel bzw. durch das Spiel findet auch das Lernen und Arbeiten statt. Eine Lernaufgabe kann für ein Kind Arbeit bedeuten, welche ebenso lustvoll wie das Spiel sein kann. Für ihre Entwicklung benötigen Kinder sowohl das Spiel als auch die Arbeit. Sie bietet dem Kind die Möglichkeit seinen Alltag zu bewältigen. Es kann seine Fähigkeiten und Fertigkeiten erweitern und stärken.
Lernen im Spiel bedeutet, lernende Bewältigung des Alltages und die Verarbeitung alltäglicher Erfahrungen und Erlebnisse.
Um ihr Spiel optimal entwickeln zu können, benötigen Kinder eine angemessene Spielatmosphäre und vielfältige Möglichkeiten, sowie die Verstärkung und Anerkennung ihres Spiels. Die Entfaltung und Differenzierung ihres Spiels finden durch entsprechende Anregungen statt.
Jeder Gruppenraum kann in folgende definierte Spielbereiche eingeteilt werden:
Diese Bereiche sind unterschiedlich gestaltet, jedoch inhaltlich und visuell abgegrenzt, z.B. durch Raumteiler, Trennwände oder Vorhänge und Materialien, die sich aus den jeweiligen Definitionen ergeben. Die räumlichen, inhaltlichen und visuellen Abgrenzungen schützen vor Störungen, Konfrontationen und Reizüberflutung, so wird z.B. ein Kind auf dem Bauteppich nicht von anderen gestört, die einen angrenzenden Bereich betreten. Ebenso kann sich das Kind durch eine visuelle Abgrenzung vom Gruppengeschehen zurück ziehen. Kleingruppen können sich stabiler zusammen finden.
Das Ballbecken: Hier können im Laufe des Vormittages jeweils 2 Kinder pro Gruppe ab 9:00 Uhr spielen. Nach 9.00 Uhr sind die meisten Kinder da und der Eingangsbereich ist überschaubarer.
Nach Absprache können auch mehr Kinder aus einer Gruppe darin spielen. Aufgrund der Größe des Ballbeckens ist die Kinderzahl jedoch begrenzt. Den Kindern bietet sich hier die Möglichkeit des Rückzuges aus dem Gruppengeschehen und die Bildung eigenständig organisierter Kleingruppen.
Die Flurbereiche stehen ebenso als Spielraum zur Verfügung. Spielmaterial aus den Gruppen, und Teile des Mobiliars (Stühle, Tische), Matten oder Auslegeware können dabei genutzt werden. Wir richten dort auch definierte Spielbereiche ein, die je nach Notwendigkeit verändert werden können, z.B. das Puppenhaus, der Knettisch oder die Leseecke im unteren Flurbereich
Unter dem Begriff „Freispiel“ sind Spielsituationen in der Kita zu verstehen, in denen Kinder die Möglichkeit der Selbsttätigkeit auf vielfältige Weise ausüben können und die Erzieherinnen keine anleitende Rolle übernehmen. Das Kind setzt sich im Freispiel insbesondere mit seiner gegenständlichen Umwelt und mit seiner eigenen Position in dieser Welt auseinander. Dabei bestimmt das Kind selbst die Thematik und die Inhalte des Spiels.
Im Alltag eines Kindes stellt das Spiel eine Haupttätigkeit dar. Die Erschließung der eigenen Welt, ohne ein vorgegebenes Ziel erreichen zu wollen. Das Ziel selbst ist der spielerische Weg. Mit wem sie spielen, wo sie spielen und was sie wann tun, entscheiden Kinder in der Freispielphase eigenständig.
Unser Freispiel beginnt mit der Öffnung der Einrichtung um 7:30 Uhr und erstreckt sich in den beiden Einrichtungen bis ca. 11:45 Uhr/12:00 Uhr und dann wieder von 13:00 bis 16:00 Uhr. In der Regelgruppe bis ca. 11:30 Uhr.
In diesem Zeitraum haben die Kinder die Möglichkeit, sich in Kleingruppen in den angebotenen Spielbereichen zu treffen. Ebenso stehen jedem Kind die anderen Gruppen als Spielraum zur Verfügung. Dies geschieht unter Absprache mit ihren Erzieherinnen der Gruppe. Kinder aus allen Gruppen besuchen sich und spielen zusammen. So können
spontane Spielgruppen entstehen, Freundschaften aufgebaut und vertieft werden aber auch Anregungen Fertigkeiten und Kompetenzen gruppenübergreifend weiter gegeben werden.
Wir begleiten, unterstützen und lenken das Freispiel, indem wir den Kindern z.B. Handlungsalternativen in Konfliktsituationen anbieten, mit ihnen gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Wir regen ein Spiel oder eine Spielsituation an, wenn ein Kind oder eine Kleingruppe diese Begleitung benötigt, um überhaupt ins Spiel zu gelangen. Ebenso kommt es zur Lenkung einer Spielsituation, um mögliche Konfrontationen oder Grenzüberschreitungen zu vermeiden. Wir sind Mitspieler bei Regelspielen, Zuhörer wenn ein Kind etwas erzählt, Tröster in traurigen Momenten, singen gemeinsam oder wir turnen. In der Freispielphase ist unsere Rolle/ Aufgabe sehr facettenreich und nach Möglichkeit auf das einzelne Kind gerichtet.
Nicht nur im Haus, sondern auch in unserem Außengelände findet das Freispiel statt. Die Kinder in unserem Haus können je nach Interesse und Bedürfnis ihr Freispiel in den Garten verlegen. Radfahren, klettern, toben oder Ballspielen, für alles ist Platz im Garten. Auch hier entscheiden sie wann und wie lange das Spiel andauert. Während des Vormittages finden verschiedene entwicklungsfördernde und dem jeweiligen Gruppenprojekt angelehnte Angebote statt. Je nach Art der Aktivität und der Entwicklung des Kindes/ der Kinder in Einzel- oder Kleingruppenform. Dies sind u.a. bildnerische Angebote, das Vorlesen und Vertiefen einer Geschichte, das Turnen, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, um einige zu nennen.
Das Freispiel endet mit dem gemeinsamen Sing- und Stuhlkreis. Auch hier finden Angebote unterschiedlicher Art mit der Gesamt- oder Kleingruppe statt.
Sing- und Stuhlkreiszeit in der Regelgruppe von ca. 11.30 bis 12.15 Uhr.
Sing- und Stuhlkreiszeit in der KiTa-Gruppe von ca. 11.45/12.00 bis 12.30 Uhr.
In den Sommermonaten findet diese Phase auch im Außengelände statt.
Unsere entwicklungsfördernden Angebote stehen unter dem Leitsatz „spielend lernen“.
Unsere Einrichtung arbeitet an beiden Standorten – bei Bedarf- integrativ, d. h. behinderte und nicht behinderte, bzw. von einer Behinderung bedrohte Kinder, werden gemeinsam betreut und gefördert. Beide Standorte können jeweils 3 integrative Betreuungsplätze anbieten.
Die Integration vollzieht sich vor allem im unvoreingenommenen, natürlichen Zusammensein. Soweit erforderlich, ergänzen besondere Angebote, die jeweils auf die Behinderung im Einzelfall abgestimmt sind, die Förderung der „behinderten“ bzw. von einer Behinderung bedrohten Kinder.
Die Zusammenarbeit zwischen Erziehern und Mitarbeitern von Fachdiensten findet wie z.B. Frühförderung, Jugendamt, Ärzten, Ergotherapeuten, Logopäden auf verschiedener Ebene statt. Zum einen in Form von Gesprächen, die zur Aufklärung Informationen dienen, zum anderen als Beratungsgespräche, die zur erzieherischen Fragen notwendig sind. Die bereits vorhandenen Erfahrungen und guten Kompetenzen im Team erhalten Unterstützung durch die spezielle Fachberatung des Caritasverbandes, spezielle Fortbildungsangebote und Teilnahme an dem integrativen arbeitenden Arbeitskreis. Wir wollen Kinder darin stärken, sich zu einer eigenverantwortlichen und autonomen Person zu entwickeln, sich jedoch auch als ein Teil der Gruppe zu identifizieren.
Über einen integrativen Kindergartenplatz entscheidet das Landesjugendamt. Die erforderlichen, schriftlichen Anträge werden vom Träger über das örtliche Jugendamt Werne an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe-Landesjugendamt- gestellt.
Die ganzheitliche Förderung ist eine Förderung unter Berücksichtigung aller Sinne. Sie deckt alle Lernbereiche im täglichen Miteinander ab.
Die Förderung des Sozialverhaltens und der emotionalen Entwicklung durchzieht alle Bereiche der Kindergartenarbeit.
Beim gemeinsamen Frühstück, in Erzählkreisen, während des Freispiels, etc. ergeben sich viele Situationen, in denen das Kind mit Hilfe des Erziehers lernt, sich zu behaupten oder sich zurückzunehmen, Kompromisse zu schließen und so das Sozialverhalten zu erlernen.
• Spracherziehung
• Mathematisches Verständnis
• Kreativität
• Bewegungserziehung
• Lebenspraktische Übungen
• Natur - und Umweltverständnis
• Arbeitshaltung
Die Lernform des Kindes im Kindergarten ist das Spiel. Spielerisch entwickelt es neue Fähigkeiten, spielerisch setzt es sich mit seiner Umwelt auseinander und sammelt neue Erfahrungen und spielerisch erlernt es somit Grundlagen für sein Leben. Ein Kind, das ausdauernd spielen kann, wird sich später auch genauso ausdauernd mit einer schulischen Aufgabe beschäftigen können.
Spracherziehung ist für die Kinder von großer Bedeutung, da ein Unvermögen sich auszudrücken, das Aggressionsverhalten erhöhen kann.
Mit Hilfe von:
wird der Sprachaufbau gezielt angeregt und gefördert.
Die Kinder entwickeln im Spiel mit verschiedenen Materialien und Aktivitäten das Zahlenverständnis.
und sich kreativ zu betätigen.
Hier können die Kinder verschiedene Erfahrungen sammeln, Arbeitstechniken, sowie die richtige Handhabung (z.B. Schere) erlernen und mit dem Erlernten experimentieren.
Montessorimaterial als auch praktische Übungen, die sich durch das tägliche Gruppengeschehen ergeben, tragen zur Selbständigkeit des Kindes bei.
Mit zunehmender Lernfähigkeit versuchen wir schon den jüngeren Kindern im Laufe des Kindergartenjahres eine positive Arbeitshaltung zu vermitteln und darüber auch auf die Schule vorzubereiten.
Bildung darf keine Modeerscheinung sein. Bildung ist ständiger Bestandteil von Kindergartenarbeit und geschieht kontinuierlich vom ersten bis zum letzten Kindergartentag. Es gibt keine Nicht- Bildung.
Jedes Kind entwickelt aufgrund der jeweiligen Bildungspraxis ein bestimmtes Bild von sich, von anderen Menschen, seinem Umfeld und vom Eingebunden sein in den Kosmos (Gott und Religiösität) Kindern positive Erfahrungen mit dem Lernen zu ermöglichen, ist die grundlegende Aufgabe, die neben den Eltern vor allem auch dem Kindergarten zukommt. Das Ziel der betreuenden Fachkräfte ist die innere Präsenz, ihre Offenheit für Beziehungen, ein wirkliches Da- sein.
Wir führen die Bildungsarbeit nach einem eigenen träger- und einrichtungsspezifischen Bildungskonzept durch. Sie verfolgt das übergeordnete Ziel, Kinder in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen und ihnen Gelegenheit zu verschaffen, ihre Entwicklungspotentiale möglichst vielseitig auszuschöpfen. Dabei geht es nicht nur um die Aneignung von Wissen und Fertigkeiten, sondern in gleichem Maße darum, die Kinder in allen ihnen möglichen Entwicklungsbereichen zu begleiten, zu fördern und herauszufordern.
Die in der Bildungsvereinbarung festgelegten Grundsätze bilden für uns einen Grundstein der frühkindlichen Entwicklung, auf dem der weitere Bildungsprozess eines jeden Kindes, ergänzend zur Erziehung und Bildung durch die Erziehungsberechtigten, kontinuierlich aufbauen kann. Für eine zielgerichtete Arbeit und zur besseren Beurteilung und Dokumentation, unterscheiden wir folgende Bildungsbereiche:
Hierbei ist es unser Ziel, alle Bereiche bei jedem Kind individuell wahrzunehmen, zu fördern und möglichst objektiv zu beurteilen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Gruppen- und kindbezogen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten Förderungen angeboten. Wir unterscheiden zwischen projektbezogenen und alltäglich wiederkehrenden Bildungsangeboten während des Freispiels.
Am 01.08.2003 ist die neue Bildungsvereinbarung des Landes NRW in Kraft getreten. Mit der Bildungsvereinbarung wird das Bildungsangebot unserer Einrichtung gefestigt und weiterentwickelt. Alle Kinder, die unsere Einrichtung besuchen werden von den pädagogischen Fachkräften in unterschiedlichen Bereichen beobachtet, um ihren Entwicklungsstand festzustellen.
Sprache, kognitive Entwicklung, soziale Kompetenz, Fein- und Grobmotorik. Unsere Beobachtungen zu jedem einzelnen Kind werden schriftlich festgehalten. Dafür setzen wir einen standardisierten Entwicklungsbogen ein, der deutlich macht, was ein Kind bereits kann, wo seine Stärken liegen, und darüber hinaus, wo es möglicherweise noch Unterstützung in seiner Entwicklung benötigt. Damit wir den Entwicklungsbogen/Desk (Dortmunder Entwicklungscreening) einsetzen können, benötigen wir eine schriftliche Einverständnisverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.